Aura of Awesomeness

August 29, 2009

Piraten entern Schäuble in Mühlheim, 28.08.2009

Filed under: Politik,Zensursula — weizilein @ 11:10 vormittags
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So da mein Mitpirat Urs Kraft das ganze schon so schön zusammengefasst hat, für die Mailingliste, muss ich mir die Arbeit nicht auch nochmal machen, und veröffentliche hier einfach mal seine Mail.

Ahoi an alle Wasserratten,

der Auftritt der Piratenpartei beim Besuch Wolfgang Schäubles

in Mühltal war ein voller Erfolg. Wenn ich richtig gezählt habe, waren

9 Piraten und Freibeuter anwesend! Danke für den super Einsatz! Fotos

werden zeitnah nachgeliefert.

Zunächst postierten wir uns mit Flagge und speziell auf Schäuble

zugeschnittenen Infoblättern (siehe Anhang) vor dem Eingang des

Bürgerzentrums.

Von den 70 Stück war in kurzer Zeit kaum noch etwas übrig, was auch

meinem sehr förmlichen Outfit mit Sakko geschuldet sein mag.

Einer der Ordner bat mich darum, ihm auch ein Infoblatt zu geben.

Nach der Ankunft des Innenministers beschäftigte sich dieser zunächst

mit der Demo der Linken, die lautstark Parolen riefen. Wir standen etwas

abseits und verhielten uns unpiratig gesittet, was uns zunächst nicht

viel seiner Aufmerksamkeit bescherte. Nachdem dann alle drin waren

gesellten wir uns dazu und bezogen demonstrativ mit Piraten-Shirts an

der Wand stehend und gut sichtbar Stellung.

Seltsamerweise verzögerte sich dann der Beginn der Rede um etwa 5

Minuten, was wohl darin begründet ist, dass sich Herr Schäuble zunächst

mit dem Inhalt unseres Infoblatts auseinandersetzte. Dementsprechend

leicht gequält sah er zu Beginn auch aus. Sein Standpunkt war dann

sinngemäß: “Ich finde es schrecklich, dass den jungen Leuten auf eine

solche Art Angst vor dem Staat gemacht werde, der sie doch nur

beschützen wolle.”

Ob ihm aufgefallen ist, das auf dem Blatt nur Piratenfremde Quellen von

“namhaften” Personen benutzt wurden? Nun, ja.

Während seiner Rede benutzte er dann zunehmend häufig den Begriff

“Piraten”, sehr oft natürlich im Zusammenhang mit der Seepiraterie, zu

deren Bekämpfung das Grundgesetz entsprechend angepasst werden müsse.

Nachdem er dann auf die wachsende Internetkriminalität hinwies, wofür

er seltsamerweise ein Beispiel mit an Geldautomaten ausgespähten PINs

benutzte, kam er dann direkt auf uns zu sprechen. “Er würde ja der

Piratenpartei den Spaß gönnen, wir müssten dann aber auch mal Inhalte

liefern, zum Bsp. zum Thema Bekämpfung der KiPo im Netz.” Worauf ich ihm

zustimmend zu nickte.

Nach dieser Aufforderung ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, ihm

nach Ende der Veranstaltung den Zensursula-Arguliner persönlich in die

Hand zu drücken, mit dem Verweis, er könne sich hier unsere Inhalte zu

dem Thema durchlesen, wofür er sich dann auch bedankte.

Draußen verteilten wir dann wieder mit Flagge bestückt noch 40-60 Flyer

an teilweise erstaunlich interessierte Besucher.

Zum Abschluss kam dann noch die einzig anwesende Pressevertreterin zu

uns, und wollte für die regionale Presse noch einige Informationen

haben, die hoffentlich bald, möglichst unverfälscht, im Darmstädter Echo

erscheinen.

Dank an dieser Stelle auch noch mal für die tolle Vorlagen mit

Guttenberg und Angie nach Bonn!

Gruß

Urs

Unser Handout gibt es hier. Gemacht wurde es von Sebastian Sch. und Urs Kraft.

Piraten bei der Schäublerede am 28.08.2009 in Nieder-Ramstadt

Hier sind glaube ich nicht alle Anwesenden drauf, zumindest der Fotograf selber war noch ein Pirat, aber besser als nichts.

bis neulich

weizen

/edit Hier gibt es noch eine schöne zusammenfassung mit MP3-Schnipseln und 2 Videos. Von Fuchsschwanzbinder.

August 12, 2009

Mythodea – anstrengend aber gerne wieder

Filed under: Larp — weizilein @ 8:08 nachmittags
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Die Frage ist wo fang ich an, vermutlich bei meinem “Urlaub” auf Mythodea. Sieben Tage die es in sich hatten. Montag und Dienstag noch OT (Out-Time) am Tisch gesessen und uns über Gott und die Welt unterhalten, und Mittwoch das lang erwartete IT (In-Time) gehen. Natürlich gab es wie jedes Jahr ein paar Problemchen, wie eine überforderte Spielleitung, oder ein paar interne Gruppenstreitigkeiten, aber allem in allem überwiegen doch die positiven Erlebenisse. Vor allem die Doppelhochzeit von Zoe und Liam sowie Haleph und Una werde ich sicher niemals vergessen, allem voran natürlich die Ansprache des Paters dessen Namen ich mir nicht merken konnte und die Ansprache von Haleph spät in der Nacht, die hat mich wirklich richtig beeindruckt. Auch wenn ich dank unserer Lagerwache noch einigen Stress mit einem Eimer mit angeblich verpestetem Wasser hatte, war das doch der insgesammt beste Abend in Siegelstadt. Besonders bedanken möchte ich mich hier auch nochmal bei Alrik und Selanaya (wieder ich und Namen, ich hoffe der ist richtig), die mir bei meiner Arbeit als Leiter des Marturischen Lazaretts so bereitwillig unter die Arme gegriffen haben, und ohne die ich sicherlich spätestens am Freitag verrückt geworden wäre. Natürlich war unser Marturientrupp dieses Jahr auch wieder Klasse, allen voran Grimbold, der glaube ich mehr gelaufen ist als alle anderen und trotzdem immer noch immer einen drauf setzen konnte, Barian der einfach ein klasse Schwabe ist, der sein Lob das er einstreicht jedes mal redlich verdient hat, Angus, dessen Auto hoffentlich bald wieder gescheit fährt, Heinrich, der das marturische Motto “Der absolute Wille zur Bereitschaft” wohl am besten verkörpert, Agnar bei dem ich im Zelt pennen durfte, obwohl ich so laut geschnarcht habe und natürlich Kay der mir das Leben gerettet hat, weil ich Trottel mein Heilerbesteck zu Hause habe liegen lassen, bei unserem Berserkerzwerg Shrid’nin, der mir einige Arbeit bereitet hat, vor allem als ich mit nur einem funktionierendem Arm in der Endschlacht saß, dazu hat er super leckere Bratkartoffeln gekocht, auch wenn es leider ein paar wenige waren, und natürlich dem Rest der Marturien bespielt hat und sich im Lazarett eingebracht hat. Ein ganz großes Dankeschön geht natürlich auch an den Westerholder Haufen und die Sechs Winde, die unser gemeinsames Lager erst so großartig gemacht haben. Jetzt aber genug Gedanke.

Wir haben jede Menge Fotos gemacht, allerdings sind diese glaube ich noch nicht Online gestellt, aber sie kommen hoffe ich alle noch in die Gallery auf unserer Homepage, die ich nach einigen Vorfällen nun weiterführen werde, da wird sich vermutlich einiges ändern, aber kommt Zeit kommt Rat.

Nun aber erstmal die positiven Dinge die mir nach 3 Tagen schlaf noch einfallen:

  • Platzreservierung für unser 60 Mann starkes Lager hat hervorragend geklappt.
  • Pallisadenauf- und Abbau hat soweit ich das gesehen habe sehr gut geklappt dieses Jahr.
  • Trotz Überforderung hat die SL versucht so freundlich wie möglich zu bleiben.
  • Habe dieses Jahr zumindest im Erdlager keine Fuchtler gesehen.
  • Der Plot war soweit ich das beurteilen kann ziemlich gut dieses Jahr, auch wenn es ein paar Macken gab.
  • Der absolute Wille zur Bereitschaft beim Großteil unseres Lagers.
  • Die Hochzeit, die kriegt hier einfach 6 von 5 Sternen.
  • Die Beisetzung von Thorin Sturmklinge (wieder ich und Namen, ich bitte im vorraus um Verzeihung), Ruhe er in Frieden.
  • Die 65 Bretonnischen Söldner, die ersten Franzosen die ich cool finde, vor allem deren Einsatz.
  • Das Essen in der Stadt, ich wusste nie wo ich jetzt als nächstes Essen sollte.
  • Archontenkrönung Samstagnacht, das war doch recht Eindrucksvoll, auch wenn Haleph es nicht geschafft hat, aber den machen wir einfach zum fünften Archont wenn das Siegel gebrochen ist.

Und nun zu den negativen Erfahungen, denn die wollen auch behandelt werden:

  • Duschen und Toiletten, die wege Waren zu weit, auch wenn man positiv anmerken muss die dixis an unserem Lager wurden gut Saubergehalten.
  • Das Verhalten einiger in unserem Lager, aber das kläre ich privat.
  • Der Umgang mit den Pestkarten, da scheinbar massiv mehr verteilt wurden als eigentlich geplant, somit kam man sich nur noch als Suppenkasper oder Teeonkel vor, wenn man in einem Lazarett geschuftet hat, wobei das im Erdlager wegen der Lage noch ging, mein Beileid an das Wasserlager und das Neutrale Lager.
  • Absprachenprobleme der SL, und teilweise horrende Wartezeiten für doch recht einfache Dinge.
  • Manche NSC die auch nach dem 100sten Treffer wohl noch nicht gefallen sind, obwohl sie Fodder-NSC waren. (Die meisten waren allerdings Top)
  • Endschlacht, es war einfach viel zu wenig Platz, das muss man irgendwie anders Regeln, vor allem der übermäßige Einsatz von Vin’shar hat es für Heiler unmöglich gemacht irgendetwas außer weglaufen zu machen. Vor allem da die Phobosaar, die zur Unterstützung der Vin’shar gedacht sind, es scheinbar sehr auf Heiler abgesehen hatten.
  • Die teilweise doch sehr penetranten OT-Blasen an unserem Tisch, das wird hoffentlich besser.

Allem in allem also die bekannten Probleme die nächstes Jahr hoffentlich besser gelöst werden.

Wie jedes Jahr gab es auch dieses Jahr wieder absolut geniale oder dumme oder einfach nur lustige Aktionen, bei denen ich leider nicht persönlich anwesend war. Die Highlights gibt es hier. Die Highlights waren wohl, das Wasserlager rückt aus, lässt die Tür offen und wird von 15 NSC vom schwarzen Eis abgefackelt, sowie der Goblin-Fluch bei dem jeder verfluchte der an etwas versautes dachte den rechten Arm heben musste. Das war wohl besonders schön als beim Bardenwettstreit das Taktklatschen merkbar leiser wurde, sobald der Barde von einer schönen Frau gesungen hat. Ich selber war von diesem Fluch verschont geblieben, habe mir dafür aber immerhin einmal die Pest eingefangen, blödes Ärzterisiko…

Fotos werden nachgereicht, sobald sie online sind, ich gehe jetzt wieder schlafen, denn ich bin immer noch müde, 3 Stunden Schlaf pro Nacht waren dann doch nicht ausreichen.

bis neulich

weizen

Juli 21, 2009

Karma is a Bitch

Filed under: Larp,Politik,Random,Rant — weizilein @ 7:08 nachmittags
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Nach eine etwas längeren Abstinenz zwecks Klausurphase an der FH komme ich nun endlich wieder zu schreiben. Ich hab zwar außer der allgemeinen Frustration über die aktuelle Politik nicht viel über das es sich zu schreiben lohnen würde, aber ich handele einfach mal so ein paar Sachen die mir gerade durch den Kopf geistern ab.
Fangen wir bei meinem Lieblingsthema an, Frauen. Ein schönes Thema wie ich finde, man kann ewig viel Schwachsinn darüber verzapfen, die meisten Männer lügen sich den Schniedelwutz krumm, bei ihren Erfolgsgeschichten, die sie gerne gehabt hätten und die meisten Frauen sind entweder zu verwirrt um zu wissen was sie wollen, oder kalkulierende **** die genau wissen was sie tun, das aber natürlich nicht zugeben. Das ganze ist natürlich ein Resümee aus meinen eigenen Erfahrungen, und so eventuell nicht auf die gesamte Männer- und Frauenschar anzuwenden, aber hey, das ist mein Blog also gibt es auch meine Meinung, ohne Blumen.
Die meisten Frauen die ich kennen lerne, würde ich anfangs in das Schema verwirrt stecken, bis ich rausfinde was wirklich abgeht, dann stecke ich sie des öfteren auch in die Kategorie zwei, die kalkulierende ****. Ich glaube die Chance solch einer erfolgreichen und richtigen Kategorisierung sind verschwindend gering für den Otto-Normal-Mensch, ich selber bin leider keiner dieser Otto-Normal-Menschen, und hab damit noch geringere Chancen, vermutlich gar keine. Aber um hier nicht als Sexist und Frauenhasser oder was auch immer abgestempelt zu werden, Frauen geht es nicht anders. Der Mann lässt sich vermutlich genauso in die Kategorien Weichei, der gute Freund, wir Männer lieben die Friendzone und das Macho-Arschl*** einteilen. Aber ich persönlich stehe nun mal nicht auf Männer, und habe deswegen dieses Problem nicht.

Rewrite: Natürlich lässt mich mein Karma auch bei diesem Blogeintrag nicht im Stich. Als ich bei ca. 7000 Buchstaben, die tolle Rechtschreibfunktion von Notepad++ habe laufen lassen, stürzt das tolle Programm ab, natürlich hatte ich nicht zwischengespeichert, und der Cache wurde komplett gewhiped. Hier die Kurzzusammenfassung von dem was ich eigentlich schreiben wollte:

- Dachte ich habe die Frau gefunden, die sich nicht Kategorisieren lässt, außer in die Kategorie Traumfrau, stellte sich als falsch heraus.
- Karma is a Bitch:

1. Fahrradreifen auf dem Hinweg geplatzt.
2. Mit 14 Kilo Fahrrad zur FH gejoggt, scheiß Idee mit 2 gerissenen Menisken.
3. Aufzug geht nicht, also in den vierten Stock laufen.
4. Wasser vergessen.
5. Teuren Taschenrechner für Mikroprozessorsysteme zu Hause liegen gelassen.
6. Klausur trotz widriger Umstände mit 2.3 bestanden.
7. Tag weiter für den Hintern, endete mit vielen geistigen Kopfschüssen. Also einfach ein Tag an dem jeder normale Mensch einfach im Bett liegen bleibt

Soviel zum gelöschten Content.

Nun zu meinem zweitliebsten Thema nach der Frau, der Politik. Und erstmal wieder eine Runde Fremdschämen für Frau von der Leyen, die Indien fälschlicherweise als Land des Kinderpornos bezeichnet, obwohl dort Pornographie insgesamt verboten ist. Die indische Botschaft hat das ganze natürlich relativ schnell widerlegt. Und Herr Tauss hat sich auch schon für die Aussagen von Frau von der Leyens entschuldigt, obwohl das nun wirklich nicht zu seinen Aufgaben zählt. Es gibt auch eine Stellungname des Ministeriums gegenüber heise zu dieser Sache, aber die ist eher ernüchternd. Eigentlich erstaunlich das diese Frau selbst in einem Themengebiet wie der Außenpolitik, das nichts mit ihr zu tun hat, so viel Schaden anrichten kann. Aber so langsam wundert mich bei ihr gar nichts mehr. Sie brauchte ein Thema für den Wahlkampf, da ihre Familienpolitik der letzten 4 Jahre leider absoluter Bockmist war, z.B. die Akademikerinnenwurfprämie, ich mag Volker Pispers, oder die kontroversen Einsätze Jugendlicher als Testkäufer, eventuell sollte sie sich weiter als “Legebatterie” verdienen und nicht als Politikerin. Nach diesen Flopps brauchte sie ein Thema bei dem ihr einfach jeder zustimmen würde, da waren Kinderpornos genau das richtige. Nur leider ist sie mit ihrer Kampagne, die voll mit falschen Zahlen und Lügen ist, sowas von ins Fettnäpfchen getreten, das selbst dieses, eigentlich bombensichere Thema sich als faules Ei entpuppte. Aber immerhin hat es dazu geführt, dass das politische Interesse der Internetcommunity geweckt wurde. Ich liebe nebenbei diese Wortschöpfung, auch wenn ich immer noch keine Ahnung habe wer damit gemeint sein soll. Von der Leyen meint damit wahrscheinlich die Kinderporno-Liebhaber, die ja überall sind und ein lukratives Geschäft ermöglichen, aber bei der Frau weiß man ja nie so recht was sie nun eigentlich meint.
Und wo wir gerade bei den Netzsperren sind, wollte ich kurz das Zitat von Wiefelspütz einwerfen: „Petieren ist ja schön und gut – doch das Ergebnis wird keinen Einfluss auf unsere politischen Entscheidungen haben.“ Das weckt doch vertrauen in unsere Regierung oder?
Von einer SPD-Lachnummer zur nächsten. Die Frau Zypries, leider Gottes aus meinem Wahlkreis, die Frau wechselt ihre Meinung scheinbar öfter als ihre Unterwäsche, mal ist sie gegen Sperren, dann wieder dafür, bei Welt online verteidigt sie die Sperren, und gleichzeitig ist sie in einer Arbeitsgruppe der hessischen SPD, die sich gegen diese Sperren engagieren. Von so etwas möchte ich eigentlich nicht regiert werden, ich wähle doch einen Abgeordneten ins Parlament, damit dieser mein Interessen vertritt, wenn soll ich denn noch wählen, wenn sich die Interessen die der Abgeordnete vertritt alle Nase lang ändern? Immerhin muss ich dann 4 Jahre mit soetwas leben.

Aber genug über so einen Schwachsinn geredet, jetzt freue ich mich erstmal auf Anfang August, dann geht es nämlich aufs Conquest of Mythodea, einem der größten LARP-Cons in Deutschland, auch wenn ich noch einiges zu tun habe. Das wird einfach nur genial, und ich hoffe wir verkacken es nicht so wie letztes Jahr.

Und jetzt werde ich einmal gnadenlos bei Pispers klauen:

Bis neulich.

weizen

Juni 29, 2009

Schwarz, stark, heiß, lecker und politisch obendrein

Filed under: Politik,Random,Rant — weizilein @ 2:30 vormittags
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Es gibt ja viele, die sagen, Starbucks wäre zu teuer und man bezahlt nur für den Namen, aber wenn ich ehrlich bin, kriegt man hier mit den besten Kaffee, den ich bis jetzt gefunden habe. Klar ist der Kaffee, bzw der Espresso beim Italiener besser, aber dafür ist die Wartezeit auch ein gutes Stück höher. Ich sitze hier gerade im Starbucks, trinke meinen Kaffee der Woche, Venti, und versuche mir die Zeit zu vertreiben, bis es sich lohnt loszufahren zum Tai-Chi Training. Und ich muss sagen, der Kaffee ist meinen Ansprüchen gerecht. Auch wenn ich das Pseudo-Italienisch das Starbucks eingeführt hat genauso lächerlich finde, wie der Rest der Welt. Dazu gibt es Sessel. das ist eine der besten Erfindungen in dieser Fastdrinkkette. In den meisten Cafés die ich hier in Darmstadt kenne, und ich hab schon einige getestet, als ich auf der Suche nach dem besten Kaffee war, sitzt man auf, meiner Meinung nach unbequemen Stühlen. Mit etwas Glück gibt es eine gepolsterte Eckbank. Bei Starbucks gibt es Sessel. Dazu muss ich nicht ewig auf eine Bedienung warten, sondern hole mir meinen Kaffee einfach schnell an der Theke ab, dazu noch einen leckeren, wenn auch überteuerten Rich Chocolate Chip Cookie, bei dem ich immer an das Lied der Wise Guys denken muss, und es lässt sich hier durchaus einige Zeit verbringen.

Wenn wir schon bei Genussmitteln sind, komme ich auch gleich zum nächsten, dieses steht auf meiner Beliebtheitsskala auf der anderen Seite anzusiedeln:

Die Zigarette.

Ich selber habe damit bis auf einige glücklicherweise schlecht verlaufenen Experimenten in meiner frühen Jugend, nichts am Hut. Meine Ex-Freundin hingegen, hat gequalmt wie ein Schlot. Ich habe sie immerhin dazu bewegen können, das ganze etwas einzudämmen, wenn ich bei ihr war, aber es war trotzdem noch ein großer Störfaktor für mich. Zwar nicht Beziehungsunterbindend, aber wer hat schon Lust etwas zu küssen das schmeckt wie ein Aschenbecher. Ich habe zwar eine Zeit lang recht viel Shisha geraucht, hätte das aber jederzeit eingestellt wenn es meine damalige Freundin gestört hätte. Mittlerweile habe ich das so oder so fast gänzlich eingestellt, und gehe nur noch ab und zu mit ein paar Freunden in die nächstgelegene Shisha-Bar. Jedoch muss ich sagen, dass ich der Zigarette auch einen Vorteil abgewinnen kann, denn seit das Rauchverbot in Diskotheken herrscht, wünsche ich mir den Rauchgeruch, egal wie schädlich er ist zurück, denn er übertüncht den teilweise sehr schlimmen Schweißgeruch in diesen Tanzetablisments.

Aber zurück zum Genussmittel, der Frau, ich mag sie im Endeffeckt wie meinen Kaffee, nur bei der Farbe kann es durchaus Unterschiede geben, die ist mir nämlich relativ egal. Was sie aber sein sollte ist: Stark, Heiß und Lecker. Vor allem letzterem Punkt wird durch die Zigarette leider nicht geholfen. Ich finde auch das Bild der 30-50er Jahre, Sexy Frau mit Zigarettenhalter auf einem Piano, nicht so erotisch wie vielleicht so manch anderer Mann. Die Zigarette ist einfach ein Abturner. Ein weiterer Abturner sind, die seit einer Weile wieder angesagten Ballerinas. Ich verstehe einfach nicht wie man so etwas anziehen kann. Für solche Schuhe braucht man eine ziemlich spezifische Fußform, stimmt etwas an den Proportionen nicht, sieht es sofort bescheuert aus. Ich habe bis jetzt vielleicht drei Frauen gesehen, die diesen Look durchziehen könnten. Aber die haben alle nicht an modischer Verirrung gelitten, und hatten gescheite Schuhe an den Füßen.

/zip

Fünf Tage nachdem ich nun im Starbucks angefangen habe zu tippen, komme ich dazu weiter zuschreiben. Was mir dazwischen kam, wie sollte es anders sein, Frauen und Politik. Die Frau weiß zwar eventuell gar nicht, dass sie dran Schuld ist, und die Politik sicher nicht, aber im Endeffekt lief das ganze auf eine drei Tage dauernde PHP-Coderei heraus, obwohl ich mich davor noch nie ernsthaft damit beschäftigt habe. Auch eine Art Beschäftigungstherapie.

Was dabei herauskam, ist eine bis jetzt noch sehr kleine, aber feine Zitatedatenbank im Stile von bash.org, aber anstatt diverse IRC-Quotes zu sammeln, werden dort Zitate von Politikern aufgenommen, natürlich alles schön mit Quellenangabe, damit sich auch niemand rausreden kann.

Zu erreichen ist das ganze unter: polit-bash.org – Das Internet vergisst nichts.

Vielleicht findet sich ja der ein oder andere Interessierte, der uns dabei helfen möchte, eine möglichst große Datenbank zu schaffen.

Man liest sich,

weizilein

Juni 25, 2009

Politiker, die Presse und das Internet

Filed under: Uncategorized — Rowhin @ 9:17 nachmittags

Lasst uns einmal kurz einen Rundblick durch die Presse werfen und uns ansehen, was die werten Herrn und Damen Volksvertreter in den letzten paar Tagen so von sich gegeben haben (und wie dies von der Presse unterstützt/kommentiert/etc wurde). Anspruch auf Vollständigkeit habe ich keinesfalls – würde ich jeden Mist und jede Falschaussage kommentieren wollen, die unsere Politiker so von sich geben, würde ich kaum nachkommen.

Fangen wir doch einfach mal mit unser aller Lieblingspartei an: der CDU. Und wer würde sich da mehr anbieten als Zensursula höchstpersönlich. Zugute halten muss man ihr, dass sie für die Zeit in einem offenen Gespräch mit Franziska Heine diskutiert hat. Dass sie in selbigem wieder nur dieselben Argumente gebracht hat wie immer, war nicht anders zu erwarten. Aber eigentlich soll es hier nur um den Schluss der Debatte gehen: – obwohl, ein kurzes Zitat sei noch eingeworfen:

Heine: Die Sperren im Netz kann auch jeder umgehen.

von der Leyen: Das sagen Sie aus der Perspektive derjenigen, die eine gewisse technische Kompetenz haben. [...]

Herr Dörmann is also nicht der einzige in der großen Koalition, bei dem das Befolgen eines 20sekündigen Youtube Videos auf technische Kompetenz hindeutet. Gut zu wissen. Aber nun zum Ende der Debatte:

ZEIT ONLINE: Frau von der Leyen, verstehen Sie die Enttäuschung, wenn Frau Heine sagt: Wir sind so viele, und niemand hört auf uns?

von der Leyen:
Ich kann das Gefühl schon nachvollziehen, aber eine Onlinepetition ist mit einem Klick unterschrieben …

Heine: … das stimmt nicht!

von der Leyen: Okay, vielleicht braucht es zwei, drei Minuten. Natürlich kann Frustration entstehen, wenn man merkt, dass da auch andere demokratische Prozesse laufen, zum Beispiel Ausschussberatungen, in denen gewählte Vertreter Entscheidungen fällen, oder ein SPD-Parteitag, auf dem ein Beschluss anders fällt, als Sie sich das gewünscht hätten. Aber über diesen Punkt müssen Sie hinweg und sagen: Wir beteiligen uns weiter an den Diskussionen. Protest nutzt wenig, wenn man nicht auch Mehrheiten überzeugt. Dafür steht die Demokratie, die wir haben.

Aus diesen Zeilen lese ich folgendes heraus:

  • Auf Onlinepetitionen wird offensichtlich kein Wert gelegt (“kann mit einem Klick utnerschrieben werden”). Ich frage mich, warum der Bundestag eine solche Option dann überhaupt anbietet? Damit sich im Falle einer regierungskonformen Petition darauf bezogen werden kann? Um dem Wähler eine Möglichkeit der Einflussnahme vorzugaukeln?
  • Zumindest scheint eine Petition mit 134.000 Stimmen der Ministerin egal zu sein, solange sie sich auf ihre parlamentarische Mehrheit berufen kann. Denn was sind schon 134.000 Stimmen, wenn schließlich vor 4 Jahren 13.356.269 Menschen die CDU gewählt haben (dazu 3.459.178 die CSU) und  16.431.094 den Koalitionspartner SPD. Schließlich haben die Wähler den Politikern damit einen Freibrief ausgestellt. Damit kann man ja alles durchsetzen was man will. Oder etwa nicht?

Auf den Rest gehe ich hier mal nicht ein, uns allen ist ja bekannt dass sich Frau von der Leyen nicht zu schade ist absurde Zahlen und widerlegte Aussagen mit unbewegter Miene zu wiederolen. Inzwischen wissen wir ja auch dass ihr gar keine Zahlen vorliegen, so sagt ihre eigene Parteikollegin Noll von der CDU:

“[...]Dass es sich bei Kinderpornographie um einen Markt handelt, der sich in einem verborgenen illegalen Raum bewegt, macht es ja gerade so schwierig, an konkrete Zahlen zu kommen. Im Wesentlichen müssen wir daher mit Dunkelziffern, Schätzungen, Ermittlungserkenntnissen, psychologischen Tätererkenntnissen, Untersuchungen von NGOs u. ä. arbeiten.[...]“

Auf einmal ist das übrigens auch ein verborgener, illegaler Raum, kein Massenmarkt mitten im Internet. Soviel mal zu diesem Interview, weitere Fehler, Lügen etc von Zensursula sind bei Netzpolitik zu finden und eine exzellente Analyse gibt es bei Windflüchter.

Von Zensursula selbst mal weiter zu ihrer Partei. In dieser Woche wurde das vorläufige Parteiprogramm der CDU ins Netz geleaked. Dass es da natürlich ein paar fragwürdige Passagen gab war abzusehen (diese sind hier exzellent kommentiert). Uns soll es lediglich um den meist diskutierten Abschnitt gehen:

“Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wo es angesichts der geringen Schwere von Straftaten vertretbar ist, soll eine Selbstregulierung greifen. Wir möchten nach britischem und französischem Vorbild Rechtsverletzungen effektiv unterbinden, indem die Vermittler von Internetzugängen Rechtsverletzer verwarnen und nötigenfalls ihre Zugänge sperren.”

Was da wieder alles drinsteht. Rechtsverletzer werden nun von ISPs verwarnt? Richter abgeschafft weil sie von der CDU eh keiner braucht oder wie? Eingeleitet wird dies natürlich wieder von dem von der CDU geliebten “Das Internet ist kein rechtsfreier Raum”. Auf jeden Fall scheinen die Reaktionen auf “Internetsperren für Rechtsbrüche” der CDU nicht so sehr gefallen zu haben: Denn heute wurde auf einmal zurückgerudert (siehe Meldung auf heise.de). Das ganze soll jetzt “Rechtsverletzungen werden wir effektiv unterbinden” heißen. Ob dass die gleichen Methoden zufolge hat und nur Wahlkampfbeschönigung ist, wird zu sehen bleiben. Eine Zielsetzung der Union aber kann kaum unkommentiert bleiben (Zitat von heise):

“[...]Generell will die Union “einen umfassenden Datenschutz garantieren” und “gegen den gläsernen Bürger kämpfen”.[...]“

Ich gebe dem geneigten Leser mal eben 10 Sekunden Zeit um zu lachen. Ja, da wird tatsächlich von der CDU gesprochen. Ich musste auch nochmal nachlesen. Zur Begründung dann die allseits beliebte Frau Krogmann:

“[...]Ich halte es für falsch und nicht machbar, im Internet unliebsame Inhalte durch Sperren oder das Kappen von Verbindungen zu unterdrücken.[...]“

Hat sie nicht selbst erst vor einer Woche in der Bundestagsdebatte folgendes zum Besten gegeben:

“[...]Erstmals wird eine Sperrinfrastruktur für Seiten im Internet errichtet, um das Betrachten von Kinderpornographie, was ja in Deutschland unter Strafe steht, zu verhindern.[...]“
Also entweder ist Kinderpornographie kein unliebsamer Inhalt mehr oder Frau Krogmann hat plötzlich eine Kehrtwende gemacht.

Zum Schluss noch ein Zitat aus dem Parteiprogramm:

“[...]Die Bemühungen um die Aufklärung der Nutzer und die Verbesserung der Medienkompetenz müssen intensiviert werden.[...]“

Vielleicht sollte die Union damit bei ihren eigenen Mitgliedern anfangen. Aber wer nicht mal die grundsätzlichen Prinzipien der Gewaltenteilung versteht

Damit das jetzt hier nicht so aussieht als würde ich nur auf der CDU rumreiten: da gabs ja am Mittwoch noch ne ganz lustige Rede des Ministers für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Landesvorsitzender der FDP auf dem Medienforum in NRW. Zitat:

“[...]Ich könnte jetzt also wild mit Stichworten wie Web 2.0, Twitter, Voice-over-IP und so weiter um mich werfen oder waghalsige Theorien dazu aufstellen, wer wohl wann wen verdrängen wird.[...]“

Fragen wir uns nicht alle wann ein Schlagwort zur Nutzung des Internets einen Microblogging-Service ersetzt und ob da nicht doch noch die Internettelefonie dazwischenkommt. Beschäftige mich damit quasi jeden Tag.

“[...]Das besonders Spannende aber, das sind für mich all die neuen Dialogformen, die sich auch dank der zunehmenden Konvergenz immer mehr durchsetzen. Ich kann mir auf dem Display meines Mobiltelefons eine RTLSendung ansehen, Herr Schröder, und dann per SMS meine Meinung dazu
loswerden, ich kann bei Facebook Kontakt zur Kanzlerin aufnehmen.[...]“

Kurze Zwischenfrage: hat schon jemand das Facebookprofil von Frau Merkel gefunden?

“[...]Dass die Piratenpartei, die ja ein etwas verqueres Verhältnis zu solchen Rechten hat, sich so rasant verbreitet, finde ich zum Beispiel mehr als bedenklich. In Schweden hat sie ja bei der Europawahl über 7 Prozent bekommen, fast 20 sogar bei den Unter-Dreißig-Jährigen. In Deutschland liegen die Zahlen zum Glück noch deutlich darunter. Trotzdem stellt sich ganz
klar die Frage: Wie gehen wir damit um, dass die Internet-
Generation hier teilweise offenbar ein ganz anderes Rechtsempfinden hat? Dieses Thema beschäftigt gerade mich als Liberalen sehr. Wenn wir das Urheberrecht nicht achten, dann untergraben wir einen der wichtigsten Pfeiler unseres Gesellschaftssystems, unserer Demokratie. Es ist nicht „hip“, Ideen zu klauen, es hat nichts mit Freiheit zu tun, sondern
es ist kriminell – und das wird auch nicht dadurch besser, dass der Dieb dabei kein altmodisches Brecheisen benutzt, sondern top-moderne W-lan-Anschlüsse und Mobiltelefone.[...]“

Wieder einmal sehr geschickt übergeleitet so dass es aussieht, als sei das Hauptanliegen der Piraten das Abschaffen des Urheberrechts. Das ist nicht der Fall.

“Nehmen wir das Beispiel Twitter: Wenn Oppositionelle im Iran per Twitter auf Ihre Lage aufmerksam machen, dann sieht man, was für ein enormes Demokratisierungspotenzial in diesem neuen Instrument steckt. Es zeigt, dass Nachrichtensperren
totalitären Regierungen es nicht mehr schaffen, der Welt Eindrücke und Bilder von dem vorzuenthalten, was sich auf den Straßen der Hauptstadt tut.
Das ist die intelligente Nutzung von Twitter. Die weniger intelligente sind dann Updates über Parteifreunde, die sich neue Schuhe kaufen oder die Deo-Marke wechseln. Das sind eher Beiträge zur Banalisierung und Trivialisierung
der politischen Kommunikation.[...]“

Wer möchte dem Herrn erklären dass Twitter nicht für die Politik gemacht wurde? Natürlich hat sich Twitter als ein unglaublich nützliches Werkzeug für Politik herausgestellt – aber ursprünglich war Twitter genau für das gedacht, was Herr Pinkwart hier als Banalisierung darstellt. Najo. Eigentlich ist die Rede ja recht sinnig – zumindest was die Absicht angeht – aber ich kann eifnach das Gefühl nicht loswerden, dass da dem Herrn Pinkwart von jüngeren Mitarbeitern ein paar Schlagworte hingeknallt wurden, mit denen er nicht so ganz vertraut war.

Und weil ja oben in der Überschrift noch was von Presse steht: da war ja noch die Geschichte mit der Zeit. Erinnert ihr euch noch an das Zeit Streitgespräch zwischen Zensursula und Franziska Heine? In der Onlineausgabe war das ganze ursprünglich untertitel mit:

“Wo beginnt Zensur im Netz? Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über die Stoppschilder vor Kinderpornoseiten.”

In der Printausgabe sah das ganze jedoch ganz anders aus:

“Wo beginnt die Zensur im Netz? Die Internetaktivistin Franziska Heiner und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über das Verbot von Kinderpornografie.

(Beweisfoto gibt es u.a. auf unpolitik.de.) Erkennt ihr den kleinen, aber feinen Unterschied? Die Zeit entschuldigte sich dann später für die Überschrift…zumindest die Redaktion von “Zeit Online”. Und auch nur bei Twitter und ein paar Blogkommentaren. In der gedruckten Fassung dagegen wartet man wohl vergebens auf eine Richtigstellung, denn eine solche ist nicht in Sicht. Es darf also davon ausgegangen werden, dass die Leser der Printausgabe (von denen sich ein substantieller Teil nicht zusätzlich die Onlineausgabe der Zeit ansehen werden) nicht erfahren werden, dass natürlich Franziska Heine keine Befürworterin von Kinderpornografie ist. Zufall? Vielleicht. Den Leuten/der Politik nach der Mund reden? Vielleicht. Ein Urteil darf sich hier jeder selber bilden. An Franziska Heines Stelle würd ich allerdings auf jeden Fall auf eine Richtigstellung in der Printausgabe bestehen – denn so ist das Verhalten der Zeit nichts anderes als Rufmord.

Update: Wie ich gerade via Comments erfahre, hat die Zeit inzwischen versprochen das ganze auch in der Printausgabe richtig zu stellen. Gut zu hören. Trotzdem würde ich mir wünschen dass so etwas gar nicht erst nötig ist.

Zum Ende versichert uns die SPD derweil, sie ist und bleibe internetfit. Von ganz oben. Ich glaubs ja fast.

Genug für heute.

Rowhin

Juni 23, 2009

Abgaben auf Medien die kopieren von geschützten Inhalten ermöglichen und Entwicklungen außerhalb Deutschlands.

Filed under: Rant — weizilein @ 12:27 nachmittags

Nachdem es in den letzten Tagen fast nur Aufregung über das neue Internetsperrgesetz gab, will ich mal ein anderes Thema ansprechen. Urheberrechte und die Machenschaften der Verwertungsgesellschaften.

Der neuste Streich sind nun Abgaben auf USB-Sticks und Speicherkarten. Die Musikindustrie feiert schon, und sagt die Verhandlungen wären schon so gut wie in trockenen Tüchern, 10 Cent pro Karte/Stick soll von den Herstellern und Importeuren an die Verwerter gezahlt werden. Aus der Sicht der Speicherchipindustrie sind aber viele wichtige Fragen noch nicht geklärt, und die Verhandlungen noch längst nicht beendet.

Ich frage mich hierbei, wozu dienen diese Abgaben eigentlich? Die Begründung für die Einführung der Abgaben auf CD’s, DVD’s , Brenner, Festplatten, und PC’s sei, dass mit diesen Medien Kopien von urheberrechtlich geschütztem Material gemacht werden kann. Die ZPÜ (Zentralstelle für private Überspielungsrechte) sammelt diese Abgaben und führt sie dann den Urheberrechtehaltern zu. Nachdem die Verhandlungen über die Höhe der Abgaben auf PC’s gescheitert sind , bei denen die ZPÜ für einen Rechner mit einem DVD-Brenner und 500 Gigabyte Festplatte 55€ haben wollte, die Hersteller allerdings nur 6€ pro Rechner zu zahlen bereit waren, da PC’s zu großen Teilen gar nicht dazu genutzt werden, um Musik oder Filme zu kopieren, geht es nun weiter mit Abgaben für USB-Sticks und Speicherkarten.

Diese Abgaben sollen die Rechteinhaber nun dafür vergüten, wenn jemand erlaubte Privatkopien anlegt, dass das heutzutage kaum möglich ist, da es gesetzlich verboten ist, einen Kopierschutz zu umgehen, egal wie trivial dieser ist, spielt dabei keine Rolle. Es werden also Abgaben auf alle Medien mit denen es theoretisch möglich ist, digitale Daten zu kopieren, mit einer Zwangsabgabe belegt. Der Witz bei der sache ist, dass damit auch sehr viele Endnutzer betroffen sind, die diese Medien gar nicht dazu einsetzen, Kopien von geschützten Werken anzulegen. Wieso sollte jemand, der sich eine MircoSD-Karte für seine Kamera kauft, auf der er nur Bilder speichert, die er selber geschossen hat, und somit auch das Urheberrecht auf eben diese Bilder hat, bitte Abgaben an die GEMA zahlen? Genauso werden die Abgaben für PC’s an den Endkunden weitergereicht, selbst wenn dieser einen Rechner nur für den zweck kauft damit zu arbeiten. Studenten die ihre Abschlussarbeiten auf CD’s sichern, zahlen dafür Abgaben. Abgaben die eigentlich hinfällig sind, wenn man bedenkt das man legal, so oder so kaum noch CD’s oder DVD’s kopieren kann, da alle mit einem Kopierschutz gesichert sind, dessen Umgehung illegal ist.

Wenn sie also an den Abgaben auf alles und jeden festhalten wollen, dann müssten sie konsequenterweise ihre Datenträger wieder ohne Kopierschutzsysteme auf den Markt stellen, was ja nun immerhin im Onlinemusikverkauf auch geschieht, aber seien wir mal ehrlich, dieser Markt hatte mit DRM ohnehin keine Chance, da es auf vielen Geräten zu abspielfehlern kam, und wer bezahlt schon für Musik, die er dann nicht dann hören kann, wenn er will. So wird einfach nur eine weitere Einnahmequelle für das veraltete Geschäftsprinzip der Verwertungsgesellschaften angelegt, ohne sich überhaupt mit neuen Ideen, wie z.B. einer Kulturflatrate auseinanderzusetzen.

Dabei ist die Idee der Kulturflatrate eigentlich gar nicht so verkehrt, jeder müsste dort eine kleine Abgabe (fünf bis zehn Euro) zusätzlich an seinen Internetprovider zahlen, aber dafür wird der noch illegale Download von Musik, Filmen, Ebooks und sonstigem aus diesem Topf vergütet. Das Manko, das ich daran noch sehe ist, wie man diesen Topf aufteilt, um das fair zu machen, müsste man das Download verhalten der Nutzer analysieren, was wieder Datenschutzrechtliche Probleme mit sich bringt. Aber es ist zumindest schon einmal eine Idee in die richtige Richtung. Auch könnten sich Künstler so wieder einfacher selbst verlegen, das würde zwar die Verwertergesellschaft aus diesem Kreis ausschließen, aber diese Idee wird sich so oder so in den nächsten Jahren als veraltet herrausstellen, und wird eventuell sogar abgeschafft werden. Das meiste Geld machen Künstler ohnehin nicht über ihre CD-Verkäufe, da ihre Anteile daran sehr klein sind, sondern über Merchandising und Konzerte. Ein freier Download mit Vergütung über eine Kulturflatrate könnte so auch sehr effecktive Werbung für eine Band sein, die so mehr Besucher auf ihre Konzerte lockt.

Einen Fortschritt in diese Richtung findet zur Zeit im Bereich Anime statt, Animeserien gibt es größtenteils wenige Stunden nach Erstausstrahlung, mit guten Untertiteln und HD-Qualität im Internet. Die Animeindustrie versucht gerade darauf zu reagieren, in dem sie 24 Stunden nach der Ausstrahlung Webstreams der Serie anbieten, die gegen ein minimales Entgeld empfangbar sind. Mit Erfolg.

Lange Zeit habe ich mich auch gescheut Anime-DVD’s in Deutschland zu kaufen, da die deutsche Vertronung meistens lieblos und in sehr schlechter Qualität vorliegt, ich schaue Filme zwar lieber in original Vertonung, doch ist mein Japanisch bei weitem noch nicht gut genug. Mir blieb also nichts anderes übrig, als die deutschen Untertitel der Verleger anzuschauen, die nebenbei bemerkt meistens extrem schlecht und schlichtweg falsch übersetzt sind, das selbst ich in 20 minuten Arbeit besser getimete und ambientigere Untertitel erstellen könnte, oder mir die Untertitel von diversen FanSubGroups anzuschauen. In Amerika wurde nun immerhin schon langsam eingesehen, das man vielleicht auf diese Fansubber zu gehen könnte, und sie als Timer/Grafiker/Übersetzer anheuern kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist HisshouBuraiKen, einer der bekanntesten Übersetzer in der Anime- und Manga-Gemeinde. Er hat nun angefangen professionell Anime zu übersetzen, und geht dieser Tätigkeit gerade bei dem Anime Eyeshield 21 nach. Er schreibt selber dazu:

“It’s indescribably satisfying to be able to translate professionally, but I never would’ve gained the experience and notoriety (or perhaps infamy) necessary to get this job without the resources and support of the MangaHelpers community. A million thanks to everyone who helped this site, and me, achieve as much as we have.”

Es gibt, denke ich genug Fansubber die ihre Erfahrung professionellen Firmen zur Verfügung stellen würden, es müsste nur auf sie zugegangen werden. Was vielleicht noch wichtig wäre anzumerken, die angesehenen Fansubgroups nehmen ihre Werker vom Netz sobald diese in den USA lizensiert werden. Sie versuchen also keineswegs die Industrie auszuspielen und Geld damit zu machen. Die Szene fing damit an, dass es außerhalb von Japan genug Leute gab, die sich für Anime interessierten, aber niemanden, der Anime verständlich, also übersetzt und mit Untertiteln versehen, vertrieb. Also haben sich ein paar Geeks hingesetzt, ihre Lieblingsserien übersetzt und diese dann per VHS an ihre Freunde weitergegeben. Mit dem Erfolg des Internets hat sich die Verteilung der Subs natürlich stark vereinfacht, auch wurde der Boom für Anime immer größer, jetzt laufen sie auch bei uns im Nachmittagsprogramm, leider meistens so stark geschnitten, falsch übersetzt und lieblos vertont, dass die eigentliche Geschichte dabei verloren geht. Aber es ist ja nun Besserung in Aussicht, wenn mehr Firmen versuchen dedizierte Subber aus dem Netz und in ihren Betrieb zu holen. Wenn ansprechende DVD’s erscheinen würden, würde ich sie auch kaufen, doch im Moment sehe ich keinen Grund für zwei bis vier Folgen pro DVD, die dann auch noch falsch übersetzt sind, und mit Glück vielleicht noch eine Stereospur original Sound enthalten, 15-30€ auszugeben. Man muss sich überlegen das die durchschnittliche Anime-Folge ca 22 Minuten lang ist, wobei dort noch einmal 1:30 für das Intro und 1-2 Minuten für das Outro verloren gehen, dazu noch eventuell zusammenfassungen was bisher geschah, und schon ist man bei einer Folgenlänge von 15-18 Minuten, und dafür soll ich bei schlechter Qualität 5-10€ ausgeben? Nein danke. Dann schau ich sie lieber gar nicht, oder eben per Fansub.

Zusammenfassend kann man sagen, es muss sich etwas verändern, denn das jetzige System ist dabei zusammenzubrechen. In gesonderten Fällen fangen neue Ideen an Fuß zu fassen, was ich persönlich eine sehr gute Sache finde, in anderen Fällen wird einfach so weitergemacht wie bisher, vor allem die deutsche Musikindustrie hinter Herrn Gorny, mit seiner abgesagten POPkomm, ist ein Fall für sich, der hoffentlich demnächst ein Ende findet. Was ich allerdings in diesem Zusammenhang Schade finde ist, dass die CDU/CSU das in Frankreich gerade vor dem Verfassungsgericht scheiternde  Three-Strikes-Modell in ihr Walhkampfprogramm aufgenommen hat. Das kann man nur als weiteren Punkt dafür sehen, das die Führung dieser Partei aus Internetphobischen Konservativen gebildet wird, die sich das Web auch noch in 10 Jahren ausdrucken lassen werden.

Ich habe fertig.

weizilein

Besser spät als nie…oder? Nicht in diesem Fall.

Filed under: Politik,Zensursula — Rowhin @ 12:15 vormittags

Der Witz des Tages kommt aus den Reihen der SPD: wie der hessische Rundfunk berichtet, dass die südhessische SPD eine Arbeitsgruppe gebildet habe, die an einer Gesetzesinitiative zur Rücknahme des Zensurgesetzes arbeite.

Nun mag das allein schon Überraschung sein, viel mehr jedoch überrascht die Zusammenstellung dieser Arbeitsgruppe:  Thorsten Schäfer-Gumbel hat sich durch seinen Brief an Peter Struck und Franz Müntefering gegen Internetsperren seinen Platz in dieser Arbeitsgruppe durchaus noch verdient. Aber beim nächsten Namen klappt einem dann doch der Mund auf: ausgerechnet Brigitte Zypries, die Bundesjustizministerin ist Teil dieser Arbeitsgruppe.

Dieselbe Zypries die das Gesetzt erst mit auf den Weg brachte! Dieselbe Zypries, die sich dafür einsetzte, dass Ermittler mittels der IP-Adressen verfolgen können, wer versucht, auf gesperrte Seiten zu gelangen. Dieselbe Zypries, die bereits das Anklicken einer URL, die auf eine “gestoppte” Seite führt, als Straftat kategorisieren wollte und gleichzeitig das zufällige Aufrufen einer Seite durch das Klicken eines Links als inherente Gefahr des Internets bezeichnete. Dieselbe Zypries, die sich mit Zensursula stritt, wem den jetzt der Ruhm für das neue Gesetz gebühre. Dieselbe Zypries, die maßgeblich an der Vorratsdatenspeicherung beteiligt war. Dieselbe Brigitte Zypries, die sich in den vergangenen Wochen nicht einmal – aber auch nicht einmal – gegen das Zensurgesetz ausgesprochen hat. Der Frau soll ich nun vertrauen dass sie die Rechtsstaatlichkeit wiederherstellt?

Natürlich muss man fairerweise zugeben, dass sie im Vorfeld einige Bedenken zu dem Gesetz angemeldet hat. Aber irgendwann wurde es in der Debatte still um das Justizministerium. Keine Einwände mehr von der ach so besorgten Justizministerin.

Das erste mal, dass man wieder von ihr hörte war letzte Woche: sie wurde zur “Internetpolitikerin des Jahres” gewählt. Auf einmal waren die rechtsstaatlichen Bedenken, die sie anmeldete, durch die Laudatio wieder in den Vordergrund gerückt. Aber haben diese Bedenken Frau Zypries gestört als das Gesetz verabschiedet wurde? Hat es sie dazu veranlasst, auch nur einen Finger zu rühren? Ganz im Gegenteil: nicht einmal zur Debatte und Abstimmung über das Gesetz ist sie erschienen! Wo, Frau Zypries, waren ihre Bedenken denn auf einmal hinverschwunden? Wegerklärt von der bösen Familienministerin? Von den populistischen Verkündungen der SPD und der CDU? Wo waren sie, wo waren sie und ihre SPD Kollegen, die angeblich gegen das Gesetz waren, als es darauf ankam? Lediglich 3 von ihnen hatten den Mut und Verstand, gegen das Gesetz zu stimmen. Und wenn sie überzeugt von den Argumenten der Parteiführung und der Familienministerin waren – wieso kommen diese Bedenken bei ihnen auf einmal wieder auf?

Während Politiker wie Herr Tauss kontinuierlich gegen das Gesetz gekämpft haben und weiterkämpfen, wechselte die Justizministerin ihre Meinung wie andere Menschen ihre Unterwäsche. Vertrauen erweckt das nicht gerade.

Es tut mir Leid, aber ich kann in dieser Debatte die Bundesjustizministerin einfach nicht für voll nehmen. Sie wechselt ihre Position so oft – von “ich bin gegen das Gesetz” zu “naja, können wir doch machen” über “das Gesetz muss schärfer sein” zurück zu “das Gesetz ist verfassungswidrig”? Man möge mir verzeihen, dass ich in diese Arbeitsgruppe wenig Hoffnung stecken werde und nur Meinungsmache und Wahlkampftaktik dahinter vermute. Sollte ich eines Besseren belehrt werden, würde ich mich freuen – aber zählen werde ich nicht darauf.

Juni 21, 2009

Die liebe Frau Elke Ferner

Filed under: Politik,Zensursula — weizilein @ 4:39 vormittags

So es ist zwar schon spät, oder viellicht auch früh, das lasse ich nun den Leser entscheiden. Aber nachdem ich nun nach einem durchaus illustren Abend nach Hause kam, und der Alkoholpegel schon etwas gestiegen ist, also bitte ich meine Rechtschreibfehler zu verzeihen, lesen darf:

Schließlich bleibt bei der Abwägung der Zustimmung zu diesem Gesetz auch

der Umstand zu berücksichtigen, dass die entsprechende Sperrinfrastruktur

aufgrund der abgeschlossenen Verträge zwischen BKA und Internetprovidern

bereits aufgebaut wird. Diese Verträge beinhalten keinen hinreichenden

Grundrechtsschutz und verfahrensrechtliche Sicherungen und sind deshalb

höchst problematisch. Ich sehe es als meine Pflicht als Abgeordnete an, solche

weitgehenden, intransparenten und verfassungsrechtlich schlicht unzulässige

Verträgen zu Lasten Dritter durch eine gesetzliche Grundlage abzuschwächen

und ihre negative Wirkung zu reduzieren.

Geschrieben von Elke Ferner, MdB

Dann frage ich mich, in was für einer Welt lebt diese SPD-Abgeordnet bitte. Sie sieht es also als ihre Pflicht an, Veträge, die mit gemeiner Erpressung zustande kamen und definitiv Verfassungswidrig sind, mit einem Gesetz abzuschwächen und zu legalisieren. In was für einem Land lebe ich bitte, indem rechtswidrige Verträge im nachhinein durch eine mehr als fragwürdige Gesetzbegung legitimiert werden?

Dieses Zitat stammt übrigens aus einer Antwortmail an Dobschat . Mehr muss ich hier eigentlich gar nicht schreiben und belasse es hier mit auf dabei, und sage Gute Nacht Blogosphäre.

man liest sich

weizilein

/edit wir ich von dem Comment von Jan aufmerksam gemacht wurde (auch wenns der galsche Link war :P) gibt es jetzt eine Frage bezüglich dieses Zitats auf Abgeordnetenwatch. Mal sehen ob die gute Frau antwortet oder nicht

Abgeordnetenwatch, Elke Ferner

Juni 20, 2009

Emma: Zensursulas new BFF

Filed under: Politik,Zensursula — Rowhin @ 11:10 nachmittags
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Eigentlich wollte ich ja vor dem Zubettgehen nur noch einmal eine kleine Rundschau im Netz machen nach Zensursula und Co. Aber was ich dann auf Fefe’s Blog gefunden habe, ist mir zu hart aufgestoßen. Da musste ich jetzt erstmal noch einmal was loswerden.

Die Rede ist von einem Artikel der Emma zu der aktuellen Debatte um Kinderpornographie und die Internetsperren.

Da ich es schlicht nicht aushalte mir noch einmal den ganzen Artikel anzutun, sei auf den obigen Link verwiesen und ich werde mir ein paar ganz besondere Glanzstücke herauspicken.

Nummer 1.

“[...]Also verfasste die 29-Jährige [die Rede ist von Franziska Heine, Anm. d. Verf.] die Petition, die inzwischen fast 100.000 UnterzeichnerInnen gefunden hat – so viele wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik.[...]“

Recherche is nicht so die Stärke bei der Emma, was? “Fast 100.000″? Man beachte dass der Artikel vom 18.06.2009 ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Petition bereits mehr als 130.000 Unterschriften (“Beweis”). Aber weiter im Text.

“[...]der Chaos Computer Club und seine Mitstreiter wittern in dem Verfahren einen Generalangriff auf ihr Goldenes Kalb: das Internet als antibürgerliche Gegengesellschaft, das nach dem Willen so manchen Nerds tunlichst ein rechtsfreier Raum bleiben soll.[...]“

Ich glaube eigentlich nicht, dass ich diesen Satz noch kommentieren muss. Aber ich bin mir relativ sicher, dass der Begriff “Nerd” hier nicht gerade wertneutral gebraucht wird.

“[...]Dass Ursula von der Leyen unablässig versichert, dass sie all das [Sperren von mit anderen Straftaten verbundenen Websites, Anm. d. Verf.]“überhaupt nicht interessiert” und für die Sperrung weiterer Inhalte ein ganz neues Gesetzgebungsverfahren eingeleitet werden müsste, interessiert wiederum die Datenschützer nicht.[...]“

Allerdings nicht. Denn was Frau von der Leyen uns versichern will, widerlegen ihre Parteikollegen in Windeseile.

“[...]

“[...]Auch so mancher Journalist bläst ins selbe Horn. Zum Beispiel Zeit-Herausgeber Josef Joffe, der erklärt: “Das BKA soll den Providern täglich eine Liste mit inkriminierten Pornoseiten vorlegen? Das nennt man Zensur.” Wohlgemerkt: Wir sprechen hier von Seiten, auf denen Säuglinge und Schulkinder vergewaltigt und gefoltert werden.[...]“

Sollte es mich eigentlich wundern dass sich die Emma hier nicht zu schade ist auf die selben Scheckensbilder zurückzugreifen die uns auch Zensursula immer wieder vorlegt? Aber wir sind es ja gewöhnt, dass die Debatte von der Pro-Zensur-Seite unnötig emotionalisiert wird.

“[...]Seit Wochen ist die Ministerin gezwungen, wieder und wieder zwei Selbstverständlichkeiten auszusprechen. Erstens: Das Internet ist eben kein rechtsfreier Raum. Zweitens: Datenschutz darf nicht länger Täterschutz sein.[...]“

Ich könnte jetzt natürlich wieder mit “aber auch kein bürgerrechtsfreier Raum…!” anfangen, aber das wissen wir ja bereits alle. Stattdessen beziehe ich mich mal auf zweitens: Na warum werden denn dann die Täter mittels Stoppschildern gewarnt, so dass sie wissen dass man ihre Bezugsquellen gefunden hat? Warum wird denn nur ein spanischer Vorhang vor die Straftat gehängt ANSTATT SIE ZU VERFOLGEN? (Man verzeihe mir den kurzen Capsausbruch). Oder darf ich “Datenschutz darf nicht länger Täterschutz sein” so verstehen, dass wir nun alle unter Generalverdacht gestellt werden? Ach entschuldigt, das sind wir ja schon seit der Vorratsdatenspeicherung. Ich vergaß.

“[...]Dabei wird “Zensursula” von jenen gestützt, die sich seit jeher intensiv dem Kampf gegen die Kinderpornografie widmen.[...]“

Ich wette mit der Emma: für jeden Aktivisten und Experten, der sich gegen die Kinderpornographie eingesetzt hat und Zensursulas Maßnahmen für wirkungsvoll und richtig hält, finden wir zwei, die ihr widersprechen.

“[...]Auf CCC-Mitglieder, die ihre Computerkenntnisse nutzen, um Anbietern von Kinderpornos das Handwerk zu legen, wartet man dagegen vergebens.[...]“

Damit es den Mitgliedern genauso ergeht wie leider Herrn Tauss (den ich übrigens gänzlich für unschuldig im Sinne der Anklage halte)? Nein danke. Der Emma IST klar dass Recherchen auf eigene Faust im Kinderpornomilieu ganz schnell mit einem Strafverfahren an der eigenen Tür enden…oder?

Seid ihr bereit für den Hammer zum Schluss? Sicher? Hier kommt er:

“[...]“Wir vermissen die Unterstützung der Internet-Community, die uns sagt, wie wir dem wachsenden Problem der Kinderpornografie im Internet Herr werden können. Diese Stimmen sind bisher kaum zu hören”, bedauert auch die handelnde Ministerin.[...]“

Ich lass das einfach mal so stehen. Denkt mal einen Moment drüber nach.

WAS SAGEN WIR DENN DIE GANZE ZEIT? WAS WAR DENN DAS MOTTO VON UNSEREN DEMOS?

Sollte Zensursula es schon wieder vergessen haben, hier die Antwort:

LÖSCHEN STATT SPERREN!

Und damit reichts mir auch. Gute Nacht.

Kleines PS: Einen weiteren lesenswerten Kommentar zum Emma-”Artikel” gibt es auf evildaystar.de.

Demo in München – Kurzeindrücke von einem der Demonstranten

Filed under: Politik,Zensursula — Rowhin @ 3:11 nachmittags
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So, ich komme gerade frisch von der Demo in München, und ich muss sagen ich bin echt beeindruckt.

Zum einen von der Orga, was da alles in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde. Den Ordnern, die ein wenig aufgepasst haben (hab mich dann auch noch als Ordner gemeldet, war aber nicht viel zu tun weil alle brav waren). Dann von den mehreren hundert Leuten (900 Stück waren es laut Orga!), die nicht nur kamen – sondern dann auch im strömenden Regen ausharrten, bis es endlich losgehen konnte. Dann auch von den Rednern bei der Auftaktkundgebung: unter anderem Jerzy Montag von den Grünen. Wem das im Bundestag am Donnerstag noch nicht durch seine Zwischenfrage klar geworden ist: dieser Mensch steht ganz klar auf unserer Seite, er verurteilt das Gesetz und die Praktiken von Zensursula ebenso wie wir. Dann habennoch gesprochen Andreas Popp (Landesvorstand der Piratenpartei in Bayern) und Jimmy Schulz, Bundestagskandidat der FDP. Auch beides sehr überzeugende Reden. Im Anschluss kam dann wohl die emotionalste Rede der Veranstaltung:  der Schauspieler Michael Jäger, der als Kind selbst missbraucht und von dem kinderpornographisches Material erstellt wurde, machte in einer flammenden Rede seinen Standpunkt klar: in seiner momentanen Form ist das Zugangserschwerungsgesetz eine Farce, die nur ein Tuch vor das Verbrechen hält und somit kein Kind schützt.

Alles in allem darf man die Demo wohl als vollen Erfolg verbuchen. Soviel dann erst mal zu heute, hab noch eingies zu erledigen. Morgen dann nochmal ein längerer Post dazu.

Bilder gibts im übrigen hier:

http://img200.yfrog.com/i/3or.jpg/

http://img7.yfrog.com/i/syf.jpg/

http://img10.yfrog.com/i/gwd.jpg/

http://img32.yfrog.com/i/ezve.jpg/

http://img150.yfrog.com/i/klv.jpg/

http://img188.yfrog.com/i/39vu.jpg/

PS: Natürlich freue ich mich auch über den ersten Abgeordneten der Piratenpartei im Deutschen Bundestag. Ein Hoch auf Herrn Tauss!

Aber war er nicht schon lange innerlich Pirat? ;)

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